Breites Komitee für die Zukunft des Kunstmuseum Bern
Bern, 20. Januar 2026 – Der Grosse Rat hat mit überwältigender Mehrheit Ja zum Sanierungsprojekt «Zukunft Kunstmuseum Bern» gesagt – quer durch alle Parteien. Kanton und Private tragen das Projekt gemeinsam. Die private Beteiligung von über 50 Millionen Franken ist herausragend. Die Sanierung sichert die Zukunft des Kunstmuseums für Jahrzehnte und stärkt den Kanton Bern kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Das Referendum ist eine Zwängerei. Wer jetzt blockiert, gefährdet eine Kulturinstitution von nationaler Bedeutung und ein Stück Berner Identität.
Grossrätinnen und Grossräte aller Parteien haben heute die Gründung des Komitees «Ja zum Kunstmuseum Bern» kommuniziert. Das Komitee soll für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft offenstehen und einen engagierten Abstimmungskampf führen. Ein Ja zur Vorlage stärkt den Kanton Bern kulturell, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Das neue Kunstmuseum Bern ist ein offener Ort für Kunst, Begegnung und Bildung. Es muss für alle zugänglich sein – auch für Menschen mit Beeinträchtigungen, denen heute ein uneingeschränkter Besuch nicht möglich ist.
Ein klarer Entscheid – eine unnötige Blockade
Der Regierungsrat und der Grosse Rat stehen klar hinter dem Sanierungsprojekt «Zukunft Kunstmuseum Bern». Im September 2025 hat der Grosse Rat dem Kantonsbeitrag parteiübergreifend und breit abgestützt zugestimmt. Das Sanierungsprojekt überzeugt insbesondere mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Über 50 Millionen Franken wird von Privaten beigesteuert, das ist herausragend.
Die kantonale Kulturförderungsverordnung (KKFV) verpflichtet den Kanton, fünf Institutionen von nationaler Bedeutung zu unterstützen: das Kunstmuseum Bern, das Zentrum Paul Klee, das Freilichtmuseum Ballenberg, das Alpine Museum der Schweiz und die Schweizer Künstlerbörse Thun. Das Referendum stellt diesen gesetzlichen Auftrag infrage und wäre ein gefährliches Präjudiz für alle Kulturinstitutionen von nationaler Bedeutung im Kanton Bern.
Dringlicher Sanierungs- und Investitionsbedarf
Das Kunstmuseum (Stettler-Bau) von 1879 und insbesondere der Erweiterungsbau (Atelier 5-Bau) von 1983 sind baulich in schlechtem Zustand. Der Erweiterungsbau musste bereits notgesichert werden – Stahlkreuze verstärken Wände, das Glasdach wird mit Plastikplanen abgedeckt. Leihgaben können nur noch eingeschränkt gezeigt werden und bei starkem Regen liegt ein Evakuationsplan bereit. Das ist ein unwürdiger Zustand für ein Museum, das nicht nur eine international renommierte Sammlung mit 74’000 wertvollen Werken beherbergt, sondern auch Heimat ist für das Bernische Kunstschaffen über die letzten Jahrhunderte mit Werken von Albert Anker, Ferdinand Hodler, Adolf Wölfli, Paul Klee, Meret Oppenheim, Markus Raetz und Franz Gertsch.
Klar begrenzter Kantonsbeitrag, starkes privates Engagement
Über ein Drittel der Gesamtkosten des Sanierungsprojekts wird durch private Mittel finanziert. Dieses private Engagement wird durch das Referendum leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Der kantonale Beitrag ist zudem mit einem fixen Kostendach versehen – das Risiko für Kostenüberschreitungen trägt allein die private Stiftung Kunstmuseum Bern.
Auch die Stadt Bern beteiligt sich substanziell am Sanierungsprojekt: Sie stellt unter anderem das Gebäude Hodlerstrasse 6 unentgeltlich zur Verfügung, verzichtet während 80 Jahren auf den Baurechtszins und leistet Millionenbeiträge an die Verkehrsinfrastruktur im Umfeld des Kunstmuseums und an die Aufwertung der Hodlerstrasse. Damit leistet die Stadt mehr, als das Gesetz verlangt – und setzt ein klares Zeichen für Kultur, Verantwortung und Zusammenarbeit.
Ablehnung verspielt private Gelder
Bei einem Nein fallen die privaten Mittel für die Sanierung weg, diese sind an das vorliegende Projekt gebunden. Die Sanierung des Kunstmuseums ist dringend nötig. Ab 2031 wird der Erweiterungsbau aus statischen Gründen geschlossen werden müssen. Wegen der veralteten Anlagen drohen auch beim fast 150-jährigen Hauptgebäude Betriebsschliessungen. Das Kunstmuseum Bern läuft Gefahr, den Anschluss als etablierte Institution zu verlieren.
Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit
Mit dem Sanierungsprojekt wird der Museumsbetrieb modernisiert, so dass er punkto Barrierefreiheit, Aufbewahrung der Kunstwerke und Kunstvermittlung den heutigen Standards entspricht und gleichzeitig werden gravierende technischen Mängel behoben (Statik und Erdbebensicherheit, Fluchtwege, Kunstanlieferung und -logistik, Licht-, Haus- und Klimatechnik). Das Projekt setzt auf energieeffizientes Bauen und Ressourcenschonung. Der Energieverbrauch wird massiv sinken, was Kosten spart und den Klimaschutz erhöht.
Gewinn für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Bern
Das Sanierungsprojekt stärkt den Wirtschafts- und Tourismusstandort Bern. Das neue Museum wird für Besuchende deutlich attraktiver und stärkt damit die kulturelle Strahlkraft Berns im Wettbewerb mit Zürich, Basel und Lausanne. Von der Investition profitieren insbesondere auch Berner KMU – vom Bau und Handwerk bis hin zu Gastronomie und Hotellerie.
150 Jahre Kunstmuseum Bern – Albert Ankers Vermächtnis weiterbauen
Vor 150 Jahren setzte sich Albert Anker im Grossen Rat für die Gründung des Kunstmuseums ein. 1875 wurde die Stiftung zur Errichtung eines Kunstmuseums gegründet, 1879 das Museum eröffnet. 150 Jahre später steht Bern erneut vor einem wegweisenden Entscheid: Die Vorlage «Zukunft Kunstmuseum Bern» führt das Erbe Albert Ankers fort – sie bewahrt, erneuert und öffnet das Museum für kommende Generationen.
Für Rückfragen der Medien: info@kunstmuseum-ja.ch